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Das „Swieneparredies“ (Schweineparadies) ist aus einer Initiative von Violette Sanders entstanden. Schon seit elf Jahren hat sie die Schweine zum Mittelpunkt ihres Lebens gemacht. Im Jahr 1996 zog Violette von Blijham nach Nieuw Scheemda um, weil ein großer Bauernhof einfach mehr Möglichkeiten bietet, Besucher zu empfangen. „Das Schwein muß wieder unter Menschen“ sagte Violette. Das klappte prima, denn seit der festlichen Eröffnung der Ausstellungsräume in der Scheune ihres Hofes am 27. September 1999 kamen schon tausende von Besuchern aus dem In- und Ausland zu ihr und ihren Schweinen über die Schwelle. Man mag fragen, warum sich jemand dermaßen für Schweine einsetzt? Die Antwort gibt Violette im Vorwort ihres Buches „Das Schwein als Gesellschaftstier“.
Lesen sie selbst:

„SCHWEINE? Diese fiesen Tiere?“ Das war meistens die Reaktion der Menschen, wenn ich als junges Mädchen erzählte, daß Schweine so hübsche Tiere seien. Schlichtweg niemand konnte oder wollte glauben, daß Schweine reinlich, sozial und intelligent sind. Man „wußte“ schließlich, daß sie im Mist suhlen, dumm, faul und gefräßig sind. Es ärgerte mich, daß Schweine bei so vielen Menschen eine so unbegründete Reaktion von Abscheu auslösten und ich nahm mir damals fest vor, diesen dermaßen zu Unrecht geschmähten Tieren dereinst ein zu Hause zu bieten.

Im Jahr 1993 erschien im Groninger Dagblad ein Artikel über das Swieneparredies und mein Leben mit den Schweinen, eine komplette Zeitungsseite lang. Schweineliebhaber reagierten enthusiastisch und herzerweichende Reaktionen strömten zurück.

Die Menschen scheinen eine äußerst komplizierte Verbindung zu Schweinen zu haben. Es ist ein besonderes Band voller Zuneigung, Abkehr, Sentimentalität, Schuldgefühl und vor allem Unwissenheit. Ein kurzatmiges, dickes rundes Schwein, das kaum noch laufen kann, findet man komisch und rührend, derweil ein gesundes, aktives Schwein so manchem Angst macht oder zumindest Respekt abverlangt.

Kleine Ferkel vereinnahmen unsere Herzen. Der Film „Das Schweinchen Babe“ war ein enormer Kassenerfolg und inspirierte leider viele Menschen, sich undurchdachterweise ein Schweinchen zuzulegen. Das Schwein fasziniert uns. Das Tier ist groß und schwer und doch elegant. Es ist stark und eigensinnig, aber auch treu und gesellig. Und es kann die Pest bekommen. Dann werden sie massenhaft vernichtet und jeder hat Mitleid beim Ansehen der Fernsehbilder.

Aber, wo kann man noch Schweine treffen und kennenlernen? Millionen Schweine leiden in unserem Land an einem Leben im Verborgenen, zurückgehalten in Hightech-Ställen. Das Tier ist unerreichbar geworden für Außenstehende. Das macht die Notwendigkeit einer Aufklärung über Schweine noch wichtiger. Seit der Ersterscheinung im Jahr 1993 wird das „Swieneparredies“ noch immer mit Fragen über Schweine überschüttet. Mit diesem Buch hoffe ich eine Antwort auf die meistgestellten Fragen geben zu können, aber lassen Sie mich deutlich sagen: Es soll keine Anregung sein zur Schweinehaltung. Ich hoffe sehr, daß dieses Büchlein dazu beiträgt, dem Schwein die Wertschätzung entgegenzubringen, die ihm zusteht. Im Namen aller Schweine will ich Ihnen hier die Worte mitgeben, die Professor B. Tschanz wählte als Titel für die Schweinebroschüre des Schweizer Tierschutzvereins:

MENSCH, LASS UNS SCHWEIN BLEIBEN.Umschlag

Violette Sanders

Aus: Das Schwein als Gesellschaftstier
Von Violette Sanders
1. Ausgabe 2000 bei Etiko Uitgevers
2. Ausgabe 2001 bei Etiko/CirCum Publishing
ISBN 90 5266 1588
Preis: € 12,-

Was ist das Swieneparredies ?

Das Swieneparredies ist ein überraschend vielseitiges und lehrreiches Projekt, worin, wie der Name schon andeutet, das Schwein im Mittelpunkt steht.

Zielsetzungen:

-Aufklärung vermitteln.

Das Schwein, als Symbol für Glück und Wohlstand, hat es nicht gut getroffen mit dem Menschen als sein Hüter. Das Gros sowohl der betriebsmässig gehaltenen Tiere als auch der sogenannten Hobbyschweine ist gezwungen, ein Dasein zu ertragen, in dem selbst die Grundbedürfnisse der Tiere nicht befriedigt werden. Das ist eine traurige Angelegenheit. Das Swieneparredies hofft, mittels objektiver und breit gestreuter Information Kenntnisse zu vermitteln und damit an einem mehr respektvollen und verantwortungsvollen Umgang mit den Schweinen beizutragen.

-Bewahren kulturellen Erbguts.

Unsere moderne Gesellschaft ist geprägt durch schnelle Veränderungen. Auch in der Schweinehaltung sind fortwährend neue Entwicklungen im Gange. Konnte man früher noch Schweine laufen sehen im Obstgarten nahe eines Bauerhofes, ist das Schwein heutzutage beinahe aus dem Landschaftsbild verschwunden.Zum Markt Der moderne Bauer ist Manager eines Hightech-Betriebs. Die Bauernfamilie von heute lebt nicht mehr mit den Tieren unter einem Dach. Der Schweinestall von früher besteht nicht mehr. Millionen von Schweinen in den Niederlanden leben verborgen in ultramodernen Betriebsgebäuden. Die Hausschlachtung ist verboten. Speckschweine werden zu  Fleischschweinen. Die altniederländischen Schweinerassen sind ausgestorben. Die Niederlande sind industrialisiert.Viehwaage Der Durchschnittsbürger weis nur noch erbärmlich wenig über das Leben auf dem platten Land. Im Swieneparredies erhält der Besucher einen Eindruck über die frühere und heutige Schweinehaltung. Alte Gebrauchsgegenstände der Schweinehaltung werden gesammelt, aufbereitet und ausgestellt.